Desensibilisierung und Neubearbeitung mit Augenbewegungen.

EMDR ist eine psychotherapeutische Methode zur bifokalen Traumaverarbeitung in acht Schritten nach Shapiro. Keine andere psychotherapeutische Methode ist so gut auf ihre Wirksamkeit zur Therapie von PTBS untersucht. Sie wird mittlerweile sowohl im Ausbildungshandbuch der Verhaltenstherapie als auch der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie beschrieben.

Verarbeitung von Trauma.


In einer Extremsituation werden wir mit zu vielen und emotional überfordernden Reizen überflutet. Die traumatische Erfahrung führt zu einer nachhaltigen Erschütterung des eigenen Welt- und Selbstbildes. Es ist eine Erfahrung, die die individuellen Fähigkeiten sowie die Bewältigungskapazität eines Menschen – seine Resilienz, massiv überfordert. Um eine solche seelische Überforderung zu vermeiden, ist es deshalb in der Akutsituation notwendig und körperlich sinnvoll, die Einzelreize getrennt abzuspeichern. Die Verarbeitung eines Traumas bedeutet, die im impliziten Gedächtnis gespeicherte Information kontrolliert und in sicherer Umgebung ins Bewusstsein zu heben und so in das explizite Gedächtnis zu überführen.

Erklärungsmodelle für EMDR.


Einen Erklärungsmechanismus betrifft die parasympathische Aktivierung – während EMDR kommt es zu einem Absinken der Herzfrequenz. Dadurch wird eine vorschnelle sympathische Aktivierung gehemmt und der Fokus von Handlungsorientierung auf Informationsverarbeitung gelegt. Während der Augenbewegungen kommt es zu einer physiologischen Entspannungsreaktion, die den aktivierten angstauslösenden Erinnerungen paradoxerweise entgegenwirkt: Augenbewegungen hemmen die Furchtneuronen der Amygdala. Es kann so zu einer Neuorientierung und Neubewertung und dadurch zum Überschreiben von Gedächtnisspuren kommen.

Shapiro vergleicht die Wirkung von EMDR aber auch mit Effekten der Verarbeitung belastender Alltagserlebnisse, die durch Augenbewegungen in der REM-Schlafphase auftreten.

Ein weiterer Erklärungsversuch bezieht sich darauf, dass die bilaterale Stimulation zu einer Synchronisation von Erregung und Hemmung der beiden Hirnhemisphären führt. Während die rechte Hemisphäre für das Abrufen von episodischen Erinnerungen zuständig ist, ist die linke aktiver bei der Kodierung von Erinnerungen beteiligt. Neurobiologische Untersuchungen zeigen, dass bei Menschen mit einer PTBS die rechte Hemisphäre überaktiv ist und die linke tendenziell gehemmt. Bilaterale Stimulierung führt zu einem besseren Transfer zwischen den beiden Hirnhemisphären.

Zur Erklärung der Wirkung von EMDR kann weiters erwogen werden, dass man sich im Rahmen der Sitzungen wiederholt mit Trauma-Erinnerungen mental beschäftigt, so dass es zu einer Habituation durch Exposition wie bei einer herkömmlichen Reizkonfrontationstherapie kommt.

In einem ständigen Wechsel der Aufmerksamkeit werden KlientInnen gebeten, sich sowohl nach innen auf die Bilder und Gefühle als auch zugleich auf die äußere Stimulation zu konzentrieren. Durch die Möglichkeit, die Erinnerungssequenzen zu unterbrechen und ins Hier und Jetzt zu kommen, sind Sie zunehmend weniger „ausgeliefert“ und erhalten die Kontrolle über sich zurück. Gemeinsam mit dem Therapeuten können Sie sich so von der Macht der Erinnerung distanzieren und diese integrieren.

Mein Angebot an Sie.

Gerne nehme ich mir Zeit und beantworte Ihre Fragen sowie berate Sie über Indikationen und die Wirkweise von EMDR im Rahmen meiner psychotherapeutischen Tätigkeit. Wenn Sie das Gefühl haben, dass diese weltweit anerkannte und wissenschaftlich untersuchte Methode für Sie interessant und zielführend sein könnte, bin ich gerne für Sie da und freue mich auf die EMDR-Arbeit mit Ihnen!

Die Erfahrung zeigt, dass für diese Arbeit sich gerne auch eine verlängerte oder doppelte Einheit anbietet. In bestimmten Fällen können Einheiten auch online stattfinden.

Weitere Details und Informationen rund um den Rahmen und mein Angebot finden Sie unter dem Menüpunkt "Psychotherapie".

Mag. Girts Piruskins
Psychotherapeut
in Ausbildung unter Supervision

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